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Deutschlands Jubiläumsstädte 2026

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Deutschlands Jubiläumsstädte 2026 Wo dieses Jahr die meisten runden Geburtstage gefeiert werden

In Aachen feiert 2026 fast jede zehnte Person einen besonderen Geburtstag – so viele wie in keiner anderen Stadt Deutschlands. Insgesamt haben mehr als 7 Millionen Menschen in diesem Jahr Grund zu feiern: ob die 18, die 30, die goldene 50 oder sogar der 100. Geburtstag.

Wir von MYPOSTER haben die Bevölkerungsdaten des letzten Zensus ausgewertet und prognostiziert, welche Städte mit mehr als 50.000 Einwohner:innen in diesem Jahr wahre Jubiläumshochburgen sind. Die Ergebnisse zeichnen eine etwas andere Karte von Deutschland – die auch erstaunlich viel über die Geschichte des Landes erzählt.

Die Jubiläumsstädte von 2026 auf einen Blick:

  • 18. Geburtstag: Bad Homburg vor der Höhe, Detmold, Rüsselsheim am Main – Hessen und NRW werden erwachsen.
  • 30. Geburtstag:  Gießen, Aachen – Hochschulstädte führen.
  • 50. Geburtstag: Offenbach am Main, Frankfurt am Main, Bad Homburg – Der Süden und die Rhein-Main-Region als 50er-Hotspots.
  • 70. Geburtstag: Neubrandenburg, Frankfurt (Oder) – Die neuen Bundesländer feiern die Boomer.
  • 90. Geburtstag: Dessau‑Roßlau, Stralsund – Ostdeutschland dominiert.
  • 100. Geburtstag: Fulda, Peine und Koblenz – Hessen und Rheinland-Pfalz sind Langlebigkeits-Hotspots.

Happy Birthday Deutschland! – 7 Milionen feiern einen Meilenstein

2026 steht ganz im Zeichen großer Momente – 7,27 Millionen Deutsche feiern in diesem Jahr einen runden Geburtstag oder werden volljährig. Das entspricht einem bundesweiten Durchschnitt von 8,79 % der Bevölkerung. Besonders hoch her geht’s in Aachen, Würzburg und Wolfenbüttel, wo gemessen an der Einwohnerzahl die meisten runden Geburtstage in Deutschland gefeiert werden.

Aachen landet auf Platz 1. Mit einem Anteil von 9,15 Prozent und 24.000 Geburtstagsjubiläen tobt hier das Partyjahr schlechthin – Die Clubs sind voll und die Handys der Feiernden füllen sich schnell mit Collagen. In Würzburg feiern knapp 12.000 Menschen (9,10 %) zwischen den Weinbergen, während Wolfenbüttel (9,07 %, ca. 5.000 Feiernde) die ganze Stadt mit Jubiläumsfieber ansteckt.

Auch in den Großstädten Deutschlands wird gefeiert – nur eben nicht so intensiv wie in den kleineren Hotspots. In Berlin stoßen zwar über 315.000 Menschen auf ihren neuen Lebensabschnitt an  – der höchste Absolut­wert bundesweit –, doch mit einer Jubiläumsquote von 8,76 % liegt die Hauptstadt unter dem Bundesschnitt.

Hamburg und München kommen mit 8,86 % und 8,95 % nur leicht über den Durchschnitt – die Reeperbahn glitzert mit rund 160.000 Feiernden, und in München tanzen 132.000 Menschen zwischen Brezn und Beats. Doch im Verhältnis zur Stadtgröße bleiben auch diese Werte klar hinter den Spitzenreitern wie Aachen, Würzburg oder Wolfenbüttel zurück.

Hier wird Deutschland erwachsen – Party in Bad Homburg

Der 18. Geburtstag, ist der Tag schlechthin – endlich erwachsen, endlich eigenverantwortlich, endlich legal anstoßen. Bundesweit feiern 2026 aber nur rund 0,92 % der Bevölkerung diesen Meilenstein, nicht einmal eine Person von 100. Wer also wirklich wissen will, wo Deutschland am stärksten nachwächst, muss genauer hinschauen.

Gleich drei Städte teilen sich die Spitze: In Bad Homburg vor der Höhe, Detmold und Rüsselsheim am Main werden 2026 jeweils 1,06 % der Jugendlichen endlich volljährig – das sind rund 15 % mehr als im Bundesschnitt. Hier könnten dieses Jahr lokale Ausbildungsbetriebe, Kneipen und Fahrschulen besonders gefragt sein. Auch Bergheim mit 1,05 % sowie Elmshorn und Sindelfingen folgen dicht dahinter mit über 1,03 %.

Wer sich dagegen für die schiere Masse an Volljährigkeitsfeiern interessiert, wird in den Großstädten fündig: In Berlin pusten 2026 rund 31.000 Menschen ihre 18 Kerzen aus, in Hamburg sind es rund 16.000. Ein echter Überraschungsgast auf der Geburtstagsliste ist Gelsenkirchen – mit etwa 2.700 frisch Volljährigen und einer Rate von 1,03 % schafft es die Ruhrgebietsstadt unter die Top 10 und beweist: Trotz Strukturwandel und sinkender Einwohnerzahlen hat die Stadt in diesem Jahr tausende Gründe zum Feiern.

Hamburg und München kommen mit 8,86 % und 8,95 % nur leicht über den Durchschnitt – die Reeperbahn glitzert mit rund 160.000 Feiernden, und in München tanzen 132.000 Menschen zwischen Brezn und Beats. Doch im Verhältnis zur Stadtgröße bleiben auch diese Werte klar hinter den Spitzenreitern wie Aachen, Würzburg oder Wolfenbüttel zurück.

Die 30 gehört den Uni-Städten – Gießen macht es deutlich

Kaum ein runder Geburtstag spiegelt das Leben so unterschiedlich wie die 30: Während die einen noch Vorlesungen besuchen oder ihre Masterarbeit abgeben, stehen andere längst mitten im Berufsleben, mit Karriere, Partnerschaft oder Familie. 

Bundesweit feiern 2026 1,14 % der Menschen ihren 30. Geburtstag – in Hochschulstädten liegt der Anteil oft deutlich höher.

Absoluter Spitzenreiter ist Gießen: 3,05 % der Einwohner:innen feiern dort ihren 30. Geburtstag, also fast dreimal so viel wie im Bundesschnitt. In absoluten Zahlen sind das rund 2.600 Gießener:innen. Dahinter folgen Aachen (2,62 %), Tübingen (2,58 %), Marburg (2,55 %) und Heidelberg (2,42 %). 

Die Zahlen zeigen: Wo Studierende einmal heimisch werden, bleiben viele auch nach ihrem Abschluss – dort, wo Freundschaften, Beziehungen und erste Karriereschritte beginnen, feiert man eben auch den Übergang in die 30. 1996 ein Jahr, in dem in Deutschland die D-Mark noch klapperte, aber das Internet bereits leise summte. Die Bravo Hits spielten Spice Girls und Fugees, DVDs kamen auf den Markt – und junge Menschen wuchsen mit dem Gefühl auf, dass die Welt offener wird. Gratulation an den Jahrgang, zu dem Zendaya, Tom Holland oder der Fußballer Timo Werner gehören – eine Generation zwischen analoger Kindheit und digitalem Erwachsenwerden, sie alle werden dieses Jahr 30 Jahre alt.

Die goldene 50 – Hochburg Rhein-Main-Region

Der Jahrgang 1976 gehört zu den ersten, die in ein Deutschland hineingeboren wurden, in dem die Sterbefälle die Geburten dauerhaft übersteigen – ein Trend, der bis heute anhält.

Während internationale Stars wie Reese Witherspoon, Colin Farrell oder Spice-Girl-Ikone Emma Bunton in diesem Jahr ebenfalls in die „goldene 50“ starten, wird auch hierzulande kräftig gefeiert.

An der Spitze steht Offenbach am Main, wo 1,42 % der Offenbach:innen – das sind knapp 2.000 Menschen – in diesem Jahr die goldene Mitte ihres Lebens feiern. Dicht dahinter folgen die Nachbarstadt Frankfurt am Main (1,38 %, rund 10.000 Jubilare) und Bad Homburg vor der Höhe (1,38 %). Auch München reiht sich ein: 1,33 % der Stadtbevölkerung – in absoluten Zahlen sind das fast 20.000 Menschen, die 2026 in der Landeshauptstadt ihren 50. feiern. München belegt damit unter allen deutschen Städten Platz 5 in dieser Kategorie.

Ein Muster lässt sich erkennen: Die 50er-Hochburgen liegen fast alle im wirtschaftsstarken Süden und in der Rhein-Main-Region – Städte, die in den 1970ern besonders viele junge Familien angezogen haben. Eine Ausnahme bildet Potsdam: Mit 1,32 % und rund 2.400 Jubilaren ist die Brandenburger Landeshauptstadt die einzige ostdeutsche Stadt in den Top 10.

Die Boomer werden 70 – Neubrandenburg feiert 1.000 Jubilare

Während beim 50. vor allem Städte des Südens die Nase vorn haben, ist das Bild bei den Siebzigern ein gänzlich anderes. Bundesweit feiern 1,28 % der Bevölkerung 2026 dieses Jubiläum – darunter auch der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Günther Jauch und Herbert Grönemeyer. Besonders viele Korken knallen in Ostdeutschland.

Die Spitze führt Neubrandenburg an: 1,66 % der Einwohner:innen werden 2026 70 Jahre alt – knapp 1.000 Menschen. Dahinter folgen Frankfurt (Oder) (1,64 %), Gera (1,63 %) und Dessau-Roßlau (1,56 %). Unter den Top 30 befinden sich bemerkenswerterweise fast ausschließlich Städte aus den neuen Bundesländern sowie Städte des Ruhrgebiets wie Dinslaken, Castrop-Rauxel, Marl und Bottrop. Eine Erklärung: Die Jahrgänge von 1956 waren in der DDR wie auch in den industriellen Zentren des Ruhrgebiets besonders stark besetzt. Die Boomer von damals sind heute die feierstärkste Generation.

Wo Deutschland 90 wird: Dessau-Roßlau ganz vorn

Noch deutlicher wird der Anteil ostdeutscher Städte älterer Jahrgänge beim 90. Geburtstag. Der Bundesschnitt liegt bei 0,58 % – doch Dessau-Roßlau sticht hervor mit 0,96 %: Rund 700 Menschen feiern dort 2026 ihren 90. Geburtstag, fast doppelt so viel wie im Bundesschnitt.Dahinter folgen Stralsund (0,90 %), Brandenburg an der Havel (0,86 %) und Görlitz (0,85 %) – erneut fast ausschließlich ostdeutsche Städte. Der Jahrgang 1936 ist dort stärker vertreten als in anderen Regionen des Landes. Die Jubilare wurden in eine von Krieg und Entbehrung geprägte Zeit geboren – dass sie heute in so großer Zahl ihren 90. feiern, ist ein eindrucksvolles Zeichen von Resilienz. Gleichzeitig zeigt der Blick auf die 90-Jährigen, wo Deutschland am ältesten ist – und wo die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft zuerst spürbar werden.

16.000 Briefe muss Frank-Walter Steinmeier 2026 schreiben

Ein 100. Geburtstag ist ein seltenes Ereignis – bundesweit feiern ihn gerade einmal 0,02 % der Bevölkerung, also 2 von je 10.000 Menschen. In absoluten Zahlen sind es winzige Gruppen, doch gerade das macht sie besonders.

An der Spitze der relativen Häufigkeit stehen Fulda, Peine und Koblenz – beide mit einem Anteil von 0,04 %, also doppelt so viel wie der Bundesschnitt. Wer 100 Jahre alt wird, bekommt in Fulda nicht nur wie überall vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier persönliche Glückwünsche zugestellt, sondern auch vom Oberbürgermeister. In Koblenz sind immerhin 41 Menschen, die 2026 ihren 100. Geburtstag feiern, in Fulda 25 und in Peine 18. Dahinter folgen Schweinfurt, Marburg und Unna (je 0,03 %).

Diese Menschen wurden 1926 geboren – in der Weimarer Republik, Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg. Ihr Jubiläum ist nicht nur ein persönlicher Meilenstein, sondern ein Stück gelebte Geschichte.

Mehr als eine Zahl – Jubiläen als Spiegel unserer Geschichte

Geburtstagsjubiläen sind mehr als runde Zahlen. Sie sind Meilensteine, die uns innehalten lassen – Gelegenheiten, alte Weggefährten wiederzusehen, schöne Momente zu teilen, Erinnerungen aufleben zu lassen und neue zu schaffen. 

Unsere Auswertung zeigt: Demografie ist ein Abbild unserer Geschichte – unserer persönlichen, aber auch der Deutschlands. Die Verteilung von Jahrgängen lässt sich nicht losgelöst von den Ereignissen und Entwicklungen betrachten, die eine Generation geprägt haben. Genau das macht jedes Jubiläum so einzigartig. Umso mehr lohnt es sich, die Momente festzuhalten, die zählen – mit den Menschen, die Teil des Weges sind. Als Poster für die eigene Wand oder als Geschenk zum nächsten Geburtstag.

Und wie sieht es bei dir aus? Schau nach, ob deine Stadt in diesem Jahr ein Jubiläums-Hotspot ist – und wenn nicht: Vielleicht sorgst du persönlich mit deiner eigenen Feier für mehr Stimmung.

Methodik: Was wir gemacht haben

Grundlage der Auswertung sind die Bevölkerungsdaten des Zensus 2022 (Destatis), aufgeschlüsselt nach Alter in Jahresschritten und Gemeinden. Der Stichtag des Zensus war der 15. Mai 2022. Unter der Annahme einer gleichmäßigen Geburtenrate über das Jahr wurden für jede Jubiläumskategorie 37,5 % der älteren und 62,5 % der jüngeren Zensus-Altersgruppe addiert, um die voraussichtliche Zahl der Jubiläre 2026 zu ermitteln.

Da Bevölkerungen dynamisch sind – durch Zuzug, Wegzug, Geburten und Sterbefälle – hat sich die Altersstruktur in den einzelnen Städten seit dem Erhebungszeitpunkt 2022 zwangsläufig verändert. Die absoluten Jubiläumszahlen  sind daher als Näherungswerte zu verstehen. Maßgebend für den Städtevergleich sind die prozentualen Anteilswerte. Ausgewertet wurden Städte ab 50.000 Einwohner:innen. MYPOSTER übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit der Daten.