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Manchmal hat ein Bild zu wenig Bildpunkte – vielleicht haben Sie nur ein kleines Foto aus dem Internet, oder Sie wollen eine Bilddatei riesengroß drucken. Dann müssen Sie die Datei eventuell größer rechnen. Beim Großrechnen verbessert sich die Bildqualität grundsätzlich nie. Doch ein paar Tricks verhindern zumindest mehr Qualitätsverlust als nötig. Wir sagen, was Sie beim Hochrechnen beachten sollten.
Moderne Digitalkameras liefern in der Regel mehr als genug Pixel (Bildpunkte) pro Foto: die Auflösung reicht selbst für Drucke mit mehreren Metern Breite (alles über Auflösung, Pixelzahl, dpi und Co. erfahren Sie in folgendem Artikel: Auflösung).
Wann immer möglich rechnen Sie die Bildgröße gar nicht um – rechnen Sie weder größer noch kleiner. Denn jede Neuberechnung senkt die Bildqualität, auch die Vergrößerung verbessert eine Datei wohlgemerkt nicht. Doch in manchen Situation sind es nicht genug Pixel für die geplante Druckfläche; dann nimmt der Druckdienst das Bild gar nicht mehr an, Druckertreiber und Layoutprogramme produzieren Warnungen oder blockieren das Bild ganz und gar.
Auch für Webseiten sind ganz bestimmte Pixelgrößen erforderlich. Probleme mit zu kleinen Bilddateien bekommen Sie zum Beispiel, wenn Sie ein verkleinertes Bild aus dem Internet verwenden. Manchmal will man auch nur einen kleinen Ausschnitt drucken oder Sie planen eine meterlange Fototapete oder ein Riesenposter, und die Pixelzahl reicht nicht. Dann müssen Sie die Datei größer rechnen.
Die Bilddatei ist zu klein für die gewünschte Druckgröße von 80×40 Zentimeter: Die Qualitätsampel unter dem Bild zeigt rot. Rechts meldet myposter, dass die Qualität nicht ausreicht. Wollen Sie das Bild tatsächlich in dieser Größe drucken, müssen Sie es zunächst größer rechnen. Jetzt Ihre Bild-Qualität mit dem myposter Foto Designer prüfen lassen.
Es gibt ein paar spezielle Programme nur zum Größer-Rechnen von kleinen Bilddateien (manchmal auch Resizer genannt). Dazu zählen Bezahlprogramme wie PhotoZoom Pro 5, Alien Skin Blow Up 3 und OnOne Perfect Resize 8 oder Gratis-Angebote (Freeware) wie Image Enlarger.
Für diese Spezialprogramme zum Fotovergrößern gilt jedoch: Außer Image Enlarger kosten sie richtig Geld und arbeiten kaum besser als eine ganz normale Bildbearbeitung. Sie können die Aufgabe also auch gleich mit einer allgemeinen Bildbearbeitung wie Adobe Photoshop, Photoshop Elements oder mit dem kostenlosen Gimp erledigen. Der Geheimtipp, das Bild mehrmals in kleinen Schritten „aufzublasen“, bringt in der Praxis ebensowenig.
Der Ausschnitt ganz oben wurde mit der Methode Pixelwiederholung vergrößert. Zweites Bild: Methode Details erhalten (optimal bei Vergrößerungen) ohne weitere Bearbeitung, nur bei Photoshop CC. Drittes Bild: Bikubisch glatter (optimal bei Vergrößerungen). Viertes Bild: Zusätzlich Scharfzeichnung. Ganz unten: Zusätzlich zur Scharfzeichnung noch Rauschfilter.
1. Sie geben im Bildgröße-Dialog die erhöhte Pixelzahl oder Druckfläche ein und achten auf das richtige Interpolationsverfahren.
2. Sie wenden einen Scharfzeichner an.
3. Eventuell folgt ein Rauschfilter, denn ein leichtes Rauschmuster steigert den Schärfeeindruck.
Unser Testbild stammt aus dem Internet und hat 640×480 Pixel. Um es 50×40 Zentimeter groß drucken zu können, müssen wir es erst größer rechnen. Wir nutzen ein Motiv mit markanten diagonalen Konturen, so erkennen Sie die Veränderungen besonders deutlich. Als Bildprogramm dient hier das kostengünstige Photoshop Elements 12; Tipps für Photoshop CS und andere Photoshop-Vollversionen sowie für kostenlose Programme folgen anschließend. Die nächsten Bilder erklären die erforderlichen Schritte:
Laden Sie das Foto in Photoshop Elements und wählen Sie Bild, Skalieren, Bildgröße. Verwenden Sie die Optionen Proportionen beibehalten und Bild neu berechnen. Darunter schalten Sie zum Verfahren mit der Bezeichnung Bikubisch glatter (optimal bei Vergrößerungen). Das oberste Klappmenü zeigt zunächst die Pixel-Maßeinheit, stellen Sie es auf Prozent um. Dann tippen Sie oben 200 Prozent Breite ein, die Höhe passt sich automatisch an. Klicken Sie auf OK. Das Bild erscheint nun doppelt so groß und leicht weichgezeichnet. Auch die Dateigröße steigt.
Für die folgenden Schritte beurteilen Sie einen Bildausschnitt in den zuverlässigen Zoomstufen 50 oder 100 Prozent. Für 100 Prozent (auch 1:1 genannt) wählen Sie einfach Ansicht, Tatsächliche Pixel. Jetzt folgt Überarbeiten, Schärfe einstellen. Stellen Sie das Entfernen-Klappmenü zunächst auf Verwackeln und nutzen Sie auch die Option Feiner. Den Stärke-Regler ziehen Sie auf den Extrem-Wert 500 Prozent und den Radius-Regler auf den Wert 3,0 Pixel. Diese übertriebene Vorgabe war nur für den Anfang – ziehen Sie den Radius zurück bis auf circa 1,5 und klicken Sie auf OK. Damit haben Sie die Schärfe des hochgerechneten Bildes bereits deutlich verbessert. (Bei anderen Motiven und Pixelzahlen ergeben sich geänderte Stärke- und Radius-Werte.)
Verblüffend, aber wahr – etwas Bildrauschen steigert den Schärfeeindruck vor allem bei flächigen Bildpartien wie hier, probieren Sie es aus. Bleiben Sie auf jeden Fall in der Zoomstufe 100 Prozent für den nächsten Schritt: Sie wählen Filter, Rauschfilter, Rauschen hinzufügen. Nehmen Sie 3 Prozent Stärke mit den Optionen Gleichmäßig und Monochrom und klicken Sie wieder auf OK. Widerrufen und wiederholen Sie den letzten Schritt, um die Wirkung des Rauschfilters zu erkennen.
Nutzen Sie Photoshop CS oder eine andere Photoshop-Vollversion, dann beachten Sie diese Extra-Tipps: Die Arbeit beginnt mit dem Befehl Bild, Bildgröße. Die Option Bild neu berechnen heißt je nach Programmversion Interpolationsverfahren. Als Methode stellen Sie bei neueren Ausgaben einfach Automatisch ein. Photoshop CC (erschienen 2013) bietet zum Hochvergrößern erstmals auch die Methode Details erhalten (Vergrößerung); sie soll noch besser hochrechnen als Bikubisch glatter (optimal bei Vergrößerungen), auch wenn Sie in der Praxis wenig dabei gewinnen. Das Verfahren erspart aber eventuell das Scharfzeichnen, während Sie den Rauschfilter auf jeden Fall noch testen sollten. Der Scharfzeichner-Befehl heißt hier Filter, Scharfzeichnungsfilter, Selektiver Scharfzeichner, bei sehr alten Ausgaben nehmen Sie Unscharf maskieren.
Sehr nützlich ab Photoshop CS3 (erschienen 2007): Wählen Sie gleich zu Anfang Filter, Für Smartfilter konvertieren – so speichern Sie eine unsichtbare Reservefassung des Originals mit, die Sie jederzeit wieder herstellen können. Zudem erscheinen Rauschen hinzufügen und Selektiver Scharfzeichner als Objekte im Ebenen-Bedienfeld. So ändern Sie die Werte für diese Dialoge jederzeit oder Sie schalten zum Beispiel den Rauschfilter versuchsweise ganz ab.
Bearbeiten Sie Ihr Bild vorab mit dem Smartfilter-Befehl, dann bietet Photoshop CS verwendete Filterbefehle wie Rauschen hinzufügen oder Selektiver Scharfzeichner im Ebenen-Bedienfeld für Änderungen an.
Rechnen Sie Ihre Bilder fürs Poster bestellen bei myposter gar nicht kleiner oder größer – schicken Sie uns einfach die Originaldatei in der ursprünglichen Größe! Bestellen Sie jedoch sehr großflächige Formate mit einer sehr kleinen Bilddatei, dann wird der Auftrag auf unserer Internetseite eventuell nicht angenommen. Sie könnten dann ein kleineres Format bestellen. Brauchen Sie jedoch den Abzug in den ursprünglichen Maßen, dann rechnen die zu kleine Datei größer, mit den Verfahren aus diesem Artikel hier.
Und übrigens: Auch Fotos, die eigentlich schon genug Auflösung für den Druck bei myposter haben, lassen sich noch verbessern – etwas Scharfzeichnung am Computer sorgt für knackigere Ausdrucke auch bei hochaufgelösten Bildern! Das gilt besonders für Aufnahmen, deren Auflösung nicht ideal, aber noch im akzeptablen Bereich ist, also zwischen 25 und 60 dpi.
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